Revitalisierung der Haseauen

31. März 2021

Ihren Ursprung hat die Hase in der Stadt Melle im Ortsteil Wellingholzhausen. Die Haseoberläufe sind aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll und schützenswert.

Im weiteren Verlauf nimmt die ökologische Vielfalt der Hase jedoch drastisch ab. Bereits oberhalb von Osnabrück ist der Flußlauf reguliert und das Gewässerbett ausgebaut. Die typischen Pflanzen- und Tierarten des Oberlaufes finden keine Lebensräume mehr vor. Auch der Mittellauf der Hase ist in weiten Bereichen stark ausgebaut, begradigt und eingedeicht. Intensive Landwirtschaft prägt das heutige Bild der Flußaue. Erst im Unterlauf zwischen den Städten Haselünne und Meppen ist der Verlauf der Hase wieder mäandrierend und naturnah.

Die Hase hat viele Gesichter … „Revitalisierung der Haseauen“
Ziel des Projektes „Revitalisierung der Haseauen“ ist die Wiederherstellung einer größeren Naturnähe der Hase von der Quelle bis zur Mündung sowie der dazugehörigen Aue. Entlang der Hase sollen möglichst durchgehende und unterschiedlich breite Gewässerrandstreifen ausgewiesen werden, die zu einer Biotopvernetzung führen. Die Ufer der Hase sollen einem für die jeweilige Region typischen Fließgewässer entsprechen. Die Revitalisierungsmaßnahmen werden in die Kulturlandschaft eingebunden. Die Koordination der Fachplanungen in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus ist dazu unverzichtbar.

Verein deckt viele Interessen ab
Der Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V. leistet diese Koordination und initiiert neue Vorhaben. Die Landkreise Osnabrück, Cloppenburg, Emsland, die Stadt Osnabrück sowie auf nordrhein-westfälischer Seite der Kreis Steinfurt schlossen sich 1996 zusammen, um bessere Absprachen bei allen zukünftigen Vorhaben zu führen. Neben den Kommunen entlang der Hase sind auch die Unterhaltungsverbände und die Naturschutz- und Angelvereine Mitglieder, so dass ein breites Interessenspektrum abgedeckt wird.

Bürger werden eingebunden
Ziel der Vereinsarbeit ist es, auf freiwilliger Basis Revitalisierungsprojekte voranzutreiben und Mittel für die Finanzierung der Vorhaben einzuwerben. Damit auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Sinne der lokalen Lokalen Agenda 21 berücksichtigt werden, sind durch den Verein entlang der Hase regionale Arbeitskreise gegründet worden.
Bei allen Maßnahmen hat das Prinzip der Freiwilligkeit höchste Priorität.

Beispielhafte Projekte
Eine Vielzahl von Maßnahmen dient dem Ziel der Revitalisierung der Haseauen. Im Landkreis Osnabrück wurden neben vielen anderen folgende Vorhaben umgesetzt:

        • Projekt Bifurkation
          Die Bifurkation in Melle/Gesmold ist zu zu einem Umweltbildungsstandort mit verschiedenen Versuchsanlagen ausgebaut worden. Die Besonderheit der Wasserscheide kommt nun besser zum Ausdruck. Angrenzende Ackerflächen wurden aus der intensiven Nutzung genommen und Feuchtbiotope angelegt.
        • Projekt Gehrde-Rüsfort
          In Gehrde in der Samtgemeinde Bersenbrück ist die Haseaue auf einer Fläche von etwa 20 ha revitalisiert worden. Der Hasedamm wurde verlegt, es entstand ein neues Rückhaltebecken. Die Flächen werden als Extensivgrünland genutzt. Außerdem wurden mehrere Feuchtbiotope und Röhrichtzonen angelegt, die neue Lebensräume für eine artenreiche Flora und Fauna bieten. Die Biotope erhalten einen Seitenanschluß an die Hase, so daß vor allem neue Laichmöglichkeiten für die heimischen Fischarten entstehen.
        • Projekt Hase-Wrau
          Mehr als 30 ha Ackerflächen zwischen der Hase und der Wrau wurden mit Mitteln der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück gekauft und in Grünland umgewandelt. Ortsansässige Landwirte bewirtschaften die Flächen extensiv. Die Flächen werden gezielt wiedervernässt, so daß vielfältige Grünlandstrukturen entstehen.

„Zusammen für das Artland“