Die Diakonische Stiftung Bethanien ist ein absoluter Komplexträger

Von: Redaktion | michael-buergel.de

23. Juni 2021

In Begleitung von Tülay Tsolak und Sandra Aksoy haben wir uns mit der Geschäftsführerin, Frau Anke Markus, zu einem kleinen Austausch getroffen, um mehr über das Konzept, Ideen oder auch Probleme der Diakonischen Stiftung Bethanien zu erfahren. Diese ist Träger von stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, 3 Kindertagesstätten, der Heilerziehungspflege-Schule, der Tagesstätte Bethanien und der ambulanten Wohnbetreuung. Darüber hinaus verfügt sie über rd. 50 Seniorenwohnungen.

Am Standort Quakenbrück hat die Stiftung mittlerweile rund 300 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Zählt man die des Kooperationspartners Pflegeheim Nortrup gGmbH noch hinzu, sind es fast 400 Beschäftigte. Somit zählt die Stiftung zu einem der größten Arbeitgeber in der Samtgemeinde.

Gleich zu Beginn haben wir uns um mit dem Tätigkeitsfeld Pflege beschäftigt. Ein anspruchsvoller Arbeitsbereich ist besonders die ambulante Pflege. Durch viele Unwägbarkeiten ist der Dienst nicht immer planbar ist, sodass es häufiger zu unregelmäßigen Arbeitszeiten kommt. Hier braucht es Menschen mit besonderer Empathie. Sie zu finden ist ein ambitioniertes Unterfangen. Daher stellt sich auch die große Frage: Wie spreche ich speziell Menschen an, die in der Pflege ihre Zukunft sehen!

Problematisch kann die Situation werden, wenn die derzeit zu Hause stattfindende Pflege dort abgebrochen werden muss und ein Platz in einem Pflegeheim benötigt wird. Hier wird es nicht möglich sein, immer zeitnah alle Pflegebedürftigen unterzubringen, da u.a. auch die dringend benötigten Pflegekräfte fehlen. Frau Markus teilte uns mit, dass es bereits seit einiger Zeit schon Wartelisten gibt. Eine Möglichkeit wie man das ein wenig abfedern kann sind die neuen Wohnbeispiele in ambulant betreuten Wohngemeinschaften , die dank neuer Versorgungsformen für ein wenig Entspannung sorgen.

Eine weitere Erschwernis sieht Frau Markus in der eventuell geplanten Verrechnung von Leistungen der Tagespflege und ambulanter Pflege. Durch eine mögliche Gesetzesänderung würde die Gefahr bestehen, dass plötzlich zwei Versorgungsformen genutzt werden, die gegeneinander aufgerechnet werden. Das könnte ggf. einige Tagespflegeeinrichtungen vor erhebliche Problemen stellen.

Eine weitere Hürde sind die teilweise langen Bearbeitungszeiten von Sozialhilfeanträgen der Heimbewohner*innen beim Landkreis Osnabrück. Das Verfahren ist komplex und nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass es auch vorkommt, dass Bewohner*innen verstorben sind, bevor ein Bescheid ergeht. Seitens der Verwaltung muss hier ein großer Verwaltungsaufwand betrieben werden, damit die möglichen Verluste im Rahmen bleiben.

Auch findet in der Diakonischen Stiftung die Ausbildung zum/r Heilerziehungspfleger*in statt. Es handelt sich nicht um eine duale Ausbildung, sodass sie schulgeldpflichtig ist. Es besteht aber seit einiger Zeit die Möglichkeit, ein „Meister-BaföG“ über die Nbank zu erhalten, so dass sich die Kostensituation entspannt. Insgesamt besteht nach Aussage von Frau Markus aber der absolute Wunsch, dass die Auszubildenden kein Geld mehr für ihre Ausbildung mitbringen müssen. Auch gibt es Pläne, dass man an geeigneter Stelle eine neue Schule für die Ausbildung der Heilerziehungspflege baut. Hier würde ich mich gerne im Fall meiner Wahl unterstützend einbringen.

Bei den Kindergärten freut sie sich auf die 3. Kraft in den Regelgruppen. Allerdings sieht sie es ein wenig nüchterner, denn wo sollen die ganzen Fachkräfte denn herkommen?

Traurig ist sie darüber, dass die großartigen Sommerfeste zuletzt ausgefallen sind. Sie würde sich für alle freuen, wenn es im kommenden Jahr wieder stattfindet. Weiter in der Planung ist für dieses Jahr das Lichterfest. Hier drücken wir alle die Daumen, denn Abwechslung belebt den Alltag so sehr.

Stolz ist sie auf das „Café Vielfalt“, dass vielfältig genutzt wird. Zukünftig besteht der Wunsch dies als echtes Café/Bistro zu betreiben. Angedacht ist hier, dass auch Menschen mit Behinderungen hier einen neuen Arbeitsplatz finden können, sodass der Gedanke der Inklusion hier Alltagsrealität wird. Ziel ist es, dass die Eröffnung zur Adventszeit möglich wird. Allerdings müssen noch einige Spielregeln beachtet werden.

Wir fanden es einen absolut bereichernden Austausch und möchten uns auf diesem Wege für diesen Austausch bedanken. Tolle Ideen – Tolle Menschen – Eine tolle Pflege- und Sozialeinrichtungen!

Mit auf den Weg gegeben wurde mir, dass man sich eine bessere Erreichbarkeit der Samtgemeinde wünscht – sie ist Dienstleister. Das sehe ich genauso!

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