Alle warten auf Bond… James Bond!

Von: SPD-Artland

15. April 2021

Es gibt viele Gebäude, historische und viele andere, die man als Highlights in Quakenbrück bezeichnen könnte, aber eine echte Kostbarkeit unserer Stadt ist unser Kino: Die Schauburg. Ein neo-klassizistischer Bau, in dem es förmlich nach Gelächter, Grusel, Spannung und Aufregung riecht und wer im Artland und Umgebung Filme auf einer großen Leinwand genießen möchte, für den ist die Schauburg seit langem ein Begriff. Hier in unserer Stadt ein Kino dieser Qualität zu haben, das ist einfach großartig und es hat weit über unsere Burgmannstadt hinaus Anerkennung gefunden, denn es wird nicht ohne Grund Jahr für Jahr mit Auszeichnungen bedacht. Es ist ein kultureller Leuchtturm des Artlands.

Wir, Michael Bürgel, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Artland, Bob Giddens, SPD-OV-Vorsitzender und Kreistagskandidat und Detlef Bülow, SPD-Stadtrat und OV-Vorstand, besuchen heute die Schauburg und Wolfgang Thyen. Das Kino ist uns wichtig und wir haben diesen Termin vereinbart, um die Zukunftsaussichten und die Situationsanalyse zu erfragen.

Wolfgang öffnet uns freundlicherweise die Eingangstür. In dem Gebäude ist es seit langem still geworden. Die Türen sind geschlossen, die Lampen aus, die Stühle unbesetzt und die Vorhänge in den Kinosälen mit den großen Leinwänden sind geschlossen. Es herrscht eine unheimliche Ruhe und eine beängstigende Leere in einer Kathedrale des Lichtspiels, in der sonst Träume wahr werden, wo Küsse in den hinteren Reihen zum Erwachsenwerden gehören, in der sonst Kinder lachen und Popcorn durch die Gegend schmeißen…!

Wolfgang ist ein sympathischer Mensch, der sein Herz dem Kino verschrieben hat. Er zeigt uns sein Kino und für uns bleibt keine Tür verschlossen. Die Stimmung ist betrübt, denn so haben wir die Schauburg noch nie wahrgenommen.

Aber was tun, wenn die Kunst und die Kultur schockgefroren werden? Wenn ein Lockdown auf den nächsten trifft und alle Zusammenkünfte erschwert bzw. unmöglich macht?

Wolfgang ist Kino, er lebt es, er kann es kaum erwarten, wieder Unterhaltung anzubieten, so wie früher, mit seiner fabelhaften Crew, mit Popcorn, Kaltgetränk und vielen Gästen. Aber Wolfgang ist auch pragmatisch. Er weiß, dass es noch keinen fehlerfreien Plan gibt, um Kino zu ermöglichen. Schnelltests, Luca-App, Distanz und gesperrte Plätze können helfen, aber Sicherheit ist etwas anderes.

Michael Bürgel (r.) in einem guten Austausch mit Kino-Betreiber Wolfgang Thyen (nicht im Bild). SPD-Stadtrat und OV-Vorstand Robert „Bob“ Giddens (l.) hört gespannt zu.

Für ihn ist auch das Thema: „Eher zu öffnen“ uninteressant, denn so ein Vorstoß würde dem Kino nicht viel bringen, da die neuen Filme international und nicht regional vermarktet werden. Also auch wenn die Schauburg jetzt öffnen würde, es gäbe keine neuen Filme zu zeigen. Der neue Otto-Film soll zur Eröffnung der Kino-Saison in Deutschland gezeigt werden und alle warten sehnsüchtig auf den neuen Bond, der eigentlich schon im letzten Jahr hätte anlaufen sollen.

Doch Wolfgang ist guter Dinge, er hat zwar Kosten für Versicherungen, Gema und den Unterhalt des Gebäudes, aber er ist, wie viele andere auch, entschlossen, die Pandemie durchzustehen, um in naher Zukunft wieder Filme zu zeigen. Er hat Überbrückungsgeld bekommen, und wenn das hilft, dieses Schmuckstück zu retten, dann ist es gut investiertes Geld.

Einer der großen Nachteile der Pandemie, abgesehen von der medizinischen Sicht, ist der Verlust des Zusammenseins; wir fallen in ein Loch ohne Kneipengänge, ohne Konzerte und ohne Kinder-Kino am Sonntagnachmittag. Wenn man die ganze Zeit zu Hause sein muss, dann mag Netflix und Co. für Einige unterhaltsam sein, aber das Gefühl, das wir aus dem Kino kennen, welches wir lieben, kann kein Stream-Anbieter ersetzen.

Die Zukunft ist unsicher, aber wir dürfen davon träumen, dass sie eintritt, auch wenn sie auf sich warten lässt. Wir träumen davon, das Haus ohne Maske zu verlassen, jeden Schritt zu genießen und einzukehren, wo immer wir möchten. Wir träumen vom ersten Treffen mit Freunden und Bekannten. Das erste gemeinsame Essengehen. Mit Freunden das Burgmannsfest besuchen oder vom ersten Konzertbesuch. So wie früher.

Wir wissen nicht, wann wir wieder zur Normalität zurückkehren werden. Aber wir dürfen hoffen, dass es bald ist.

Dann ist unsere Zeit gekommen, die Zeit gemeinsam ins Kino zu gehen, Platz zu nehmen in einem der roten Plüschsitze, den Geruch von frischem Popcorn in der Nase zu haben und von den bunten Bildern auf der Leinwand in eine andere Welt entführt zu werden.

Seit langem mal wieder in dem Genuss ein Kino von innen sehen zu dürfen – Robert „Bob“ Giddens.

Wir wünschen Wolfgang und indirekt uns selbst, dass „UNSERE“ Schauburg zur alten Stärke aus der Pandemie steigt. Nicht nur wegen der Blockbuster, sondern auch wegen der „besonderen Filme“, für viele Erinnerungen, wegen der Freude, wegen der Abenteuer und wegen des Popcorns… Danke für die spannende Führung und die Diskussion.

Wir werden helfen, wo wir können, dass die Kultur in Quakenbrück ausgebaut wird. Theater, Bücher, Musik und Kino sind Erdungspunkte in einer chaotischen Welt. In Zeiten der Pandemie merken wir erst, was wir an der Kunst und der Kultur haben.

Und wenn wir alle nur ein- oder zweimal mehr ins Kino gehen, dann helfen wir schon mal hier!

Vielleicht sehen wir uns bald alle wieder wenn es heißt – „Geschüttelt und nicht gerührt!“

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